Gastroonkologie

Arzt-Depesche 4/2022

Hormonersatztherapie reduziert Risiko für Magenkrebs

Mittels einer Metaanalyse untersuchten Wissenschaftler aus Hong Kong und Japan die Assoziation zwischen einer Hormonersatztherapie (HRT) und der Inzidenz von Magenkrebs (GC). Lässt sich die HRT zur Prävention von GC nutzen?
Eine HRT wird eingesetzt, um den in den Wechseljahren entstehenden Hormonmangel künstlich durch Medikamente auszugleichen und so gezielt die durch Östrogenmangel bedingten Beschwerden und Erkrankungen der Wechseljahre zu minimieren oder gar zu beseitigen. Die HRT wurde zudem im Zusammenhang mit der Osteoporose-Prävention erwähnt. Studiendaten ließen aber auch auf eine Assoziation zwischen einer HRT und einem erhöhten Risiko für Brustkrebs und Ovarialkarzinom schließen. Weitere Studien wiederum belegten, dass eine HRT das Risiko für ein Ösophaguskarzinom und Darmkrebs bei Frauen senkt.
Für die aktuelle Metaanalyse wurden elf Studien verwendet, die in den Jahren 2003 bis 2021 publiziert worden waren und Kohorten aus 16 Ländern analysierten. In die Analyse wurden 1.919.089 Personen eingeschlossen. Im Vergleich zu Personen, die keine HRT erhalten hatten, bestand für Personen, die sich einer HRT unterzogen hatten, ein um 28 % geringeres Risiko für GC. In Subgruppenanalysen konnte zudem bei einer Östrogen-Monotherapie ein um 37 %, unter einer Kombination aus Östrogen und Gestagen ein um 30 % geringeres Risiko für das Auftreten von GC nachgewiesen werden.
Aber auch wenn diese Daten darauf hinweisen, dass eine HRT das Risiko für GC reduziert, sollte eine HRT nicht gezielt zur Prävention der Entstehung von GCs eingesetzt werden. Dennoch bedarf es hierzu weiterer Untersuchungen, um die zugrundeliegenden Mechanismen aufzudecken, und zusätzlicher klinischer Gutachten, um die Balance zwischen Vorteil und Nachteil einer HRT in Bezug auf die Prävention chronischer Erkrankungen definieren zu können. GH
Quelle: Stjang YC et al.: Association of hormone replacement therapy with risk of gastric cancer.... Sci Rep. 2022; Epub Jul 29; doi: 10.1038/s41598-022-17345-2
ICD-Codes: C16.0
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