Arzt-Depesche

TTFields gewinnen an Bedeutung

Im Rahmen der 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) stellten Experten aktuelle Daten aus der Routineanwendung von Tumor Treating Fields (TTFields) innerhalb des multimodalen Behandlungskonzept des Glioblastoms vor und verwiesen auf die wachsende Bedeutung der TTFields für die Primärtherapie des Glioblastoms.

Durch die Zulassung von TTFields in 2015 konnte die Therapiesituation des neu diagnostizierten Glioblastoms nach der Ergänzung von Temozolomid (TMZ) im Jahr 2005 nochmals signifikant verbessert werden, begann Prof. Dr. Niklas Thon, LMU München, seinen Beitrag. Studiendaten der EF-14-Studie zeigten, dass TTFields zusammen mit der Erhaltungs-Chemotherapie das Gesamtüberleben (OS) ab Randomisierung im Median um 4,9 Monate und das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) um 2,7 Monate signifikant verlängern. Ein klinischer Nutzen durch TTFields war dabei auch für Patient:innen mit unmethyliertem MGMT-Promoter, mit Biopsie und solche die 65 Jahre und älter waren sichtbar. Wie aus sekundären Analysen der EF-14-Studie hervorging, hatten TTFields  mit Ausnahme leichter bis moderater jedoch gut behandelbarer Hautirritationen am Kopf keinen negativen Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität.
Bezüglich der noch limitierten Datenlage zur Anwendung von TTFields in der klinischen Routine berichtete Dr. Martin Misch, Charité Berlin, von ersten Ergebnissen einer multizentrischen Registerstudie zur Anwendung von TTFields in der Primärtherapie des Glioblastoms. Bei der ersten Analyse der Daten von 76 Patient:innen, die mit TTFields behandelt wurden, zeigte sich mit im Median 35 Monate im Vergleich zu 15 Monaten in der Kontrollgruppe ein deutliches Signal für eine Verlängerung des medianen OS mit TTFields. Zwar wurde bei 52,6 % der Patient:innen unter der Behandlung mit TTFields ein multifokales Rezidivmuster beobachtet im Vergleich zu 17,5 % der Patient:innen in der Kontrollgruppe, jedoch ließ sich dieser Hinweise auf einen schlechteren klinischen Verlauf unter TTFields mit den OS-Daten entkräften, so Misch. Mit TTFields behandelte Patient:innen mit multifokalem Rezidiv zeigten ein OS von 36 Monaten im Vergleich zu 34 Monaten bei Patient:innen ohne multifokales Rezidiv. Basierend auf diesen Studiendaten gehen die Experten davon aus, dass bei zukünftigen Therapieansätzen wohl verstärkt Kombinationen mit optimierten TTFields zum Einsatz kommen werden. Als Beispiel wurden erste Daten zur Kombination einer Protonen-Boosttherapie und TTFields in der Primärtherapie des Glioblastoms vorgestellt.
Quelle: PRESSEMITTEILUNG:  DGNC 2022: TTFields und die Zukunft der Glioblastomtherapie; München, 13. Juli 2022
Veranstalter: Novocure GmbH;  TTFields: Optune®
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